Selten ist in der Geschichte der Strategie, die gewiss reich ist an Übertreibungen, eine Gefahr so aufgebauscht worden wie die des internationalen Terrorismus. Und noch immer stricken Politiker und Medienmänner weiter an der Legende, die sicherheitspolitische Herausforderung des militanten Islams stünde der einstigen »sowjetischen Bedrohung« nicht nennenswert nach. Dass dabei bürokratische Machtinteressen kräftig mitspielen, zeigt Jonathan Stevenson, Forschungsprofessor am US Naval War College, in der Sommerausgabe von Survival, der Zeitschrift des Londoner Internationalen Instituts für Strategische Studien. Im »Krieg gegen den Terror« in aller Welt geht es auch darum, auf eigenem Boden Terrain abzustecken.