This link has been bookmarked by 1 people . It was first bookmarked on 14 Oct 2008, by Werner E. L..
-
14 Oct 08
Werner E. L.Die Bankenkrise hat so dramatische Ausmaße angenommen, dass nur noch global abgestimmte und radikale Schritte der Politik und Aufsichtsbehörden fatale Auswirkungen auf die Realwirtschaft in Form einer schweren Rezession oder gar Depression abwenden können.
-
s ist die Aufgabe des Staates, für Rahmenbedingungen zu sorgen, die an den Märkten eine ordentliche Preisbildung ermöglichen. Eine ordentliche Preisbildung ist derzeit jedoch am Geldmarkt, an großen Teilen des Kreditmarktes und zunehmend auch an den Aktienmärkten dieser Welt nicht mehr gegeben
-
Jeder politische Lösungsansatz muss am Kern der Krise ansetzen. Die Rettung einzelner Banken oder die Beteuerung, die Einlagensicherheit sei gewährleistet, setzen nicht am Kern der Krise an
-
Banken brauchen das Vertrauen der Marktteilnehmer
-
die Notenbanken springen nur für das mangelnde Vertrauen im Bankensystem ein. Sie lindern ein Symptom. Das grundlegende Vertrauen der Banken untereinander können sie nicht reparieren.
-
Leitzinssenkungen können an dem Vertrauensverlust der Banken untereinander nichts ausrichten.
-
Die spektakuläre Leitzinssenkung zahlreicher Notenbanken dieser Woche wurde mit Blick auf die befürchtete Rezession und die damit deutlich geringeren Inflationsgefahren vorgenommen. An der Blockade des Geldmarktes und dem Vertrauensverlust im Kreditmarkt gegenüber den Banken ändert sie nichts.
-
Die Politik muss den Banken helfen, sich Liquidität zu beschaffen und ihr Kapital aufzustocken.
-
Schwedens Bankenkrise im Jahr 1992 als Vorbild?
Liquidität erhalten die Banken nur, wenn ein Geldgeber sicher sein kann, dass er seine den Banken geliehenen Mittel zurückerhält.
-
der Grund, warum die schwedische Regierung in der großen Bankenkrise 1992 eine komplette Staatsgarantie nicht nur für sämtliche Einlagen, sondern vor allem auch für die Verbindlichkeiten der Banken aussprach.
-
Garantie der Privateinlagen der Sparer, wie sie jetzt in Deutschland ausgesprochen wurde, hilft der Bankenwelt nur vordergründig weiter. Wesentlich wichtiger ist, die Refinanzierung der Banken am Geld- und Kapitalmarkt mit einer Staatsgarantie abzusichern.
-
Irland und Dänemark sind diesem Beispiel jetzt gefolgt. Großbritannien hat einen indirekten Ansatz gewählt
-
die Staatsgarantie öffnet den Banken wieder das Tor zu Finanzierung und vermeidet damit den Zusammenbruch von Instituten.
-
Wenn der Staat nur die neue Refinanzierung der Banken auf ein Jahr hin garantiert und diese Garantie mit einem Kapitaleinschuss von 10 Prozent unterlegt, erhöht dies die Bruttoverschuldung des Staates um etwa 5 bis 7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.
-
erübrigt sich eine allumfassende Staatsgarantie der privaten Spareinlagen
-
Staatliche Beteiligung nach dem schwedischen Modell
Im zweiten Ansatz muss den Banken vom Staat geholfen werden, ihr Kapital zu erhöhen
-
Der Staat erhält dafür konsequenterweise über verzinste Vorzugsaktien eine Beteiligung an dem Institut. Auch dies haben die Schweden vorexerziert.
-
Banken könnten mit einer Kaufoption auf die Vorzugsaktien des Staates ausgestattet werden. Damit könnte festgelegt werden, dass die Banken die Beteiligung des Staates an ihrem Institut zu einem Aufpreis später zurückkaufen
-
Für den Steuerzahler indessen wäre der Gewinn schon jetzt eingeplant.
-
In Schweden erholte sich das System in recht kurzer Zeit und die Regierung erhielt innerhalb von fünf Jahren den größten Teil ihres Geldes zurück
-
Kosten für den schwedischen Steuerzahler auf weniger als 2 Prozent des schwedischen Bruttoinlandproduktes.
-
Keine Neubewertung der Risikopositionen mehr
Es muss trotz ordnungspolitischer Bedenken erwogen werden, kurzfristig die Bilanzierungsvorschriften zur Fair-Value- Rechnungslegung auszusetzen
-
Fair-Value-Vorschriften, also die Anpassung der Bewertung von Risikopositionen an den Marktwert, sind nicht gemacht für eine systemische Bankenkrise
-
In extremen Fällen könnten die illiquiden Risikopositionen der Banken buchhalterisch ausgegrenzt und in eine "schlechte Bank" überführt werden
-
mit einem durchdachten Konzept die Eigendynamik der Krise brechen
-
schnell und koordiniert geschehen, denn sonst klaffen die Rahmenbedingungen der einzelnen Nationalstaaten in Wirtschaft und Finanzen zu weit auseinander.
-
Die Politik muss beherzt handeln. Die Alternative ist eine schwere Rezession oder gar Depression.
-
Would you like to comment?
Join Diigo for a free account, or sign in if you are already a member.