Bewußtseine stimmen ihr Verhalten
aufeinander ein, indem sie sich wechselseitig so beobachten, daß sie die
Selbstreferenz des beobachteten Bewußtseins unterscheiden von dessen
Fremdreferenz, diese Differenz einspiegeln in das eigene Bewußtsein und
unterstellen, daß dies beim anderen Bewußtsein sich genauso
abspiele. Dabei werden Bewußtseinsereignisse produziert, die ihren
Entstehungskontext nicht verlassen, sondern unaufhebbar Binnenereignisse
im Prozeß der autopoietischen Reproduktion von Bewußtsein bleiben. An
der Außenseite psychischer Systeme finden Ent-Äußerungen statt,
Verhaltensproduktionen, die von paralinguistischen Signalen bis zur
sprachlichen Mitteilung reichen. Der Umstand nun, daß die laufende
Emission von Verhalten mehrfach digitalisiert wird, d.h. von
verschiedenen Beobachtern zerlegt wird in Ereignisketten mit differenter
Selektivität, dieser Umstand wird mit dem Ausdruck
'Emergenz' bezeichnet. Jemand sagt etwas, hört, was er
sagt, und jemand anderer hört, was gesagt wird, und sagt selbst
etwas. Damit setzt die psychisch/soziale Bifurkation ein: Die
Bewußtseine 'weben', was sie hören (sehen etc.), in ihren
je eigenen Sinnhorizont ein, und die Äußerung schreibt das, was eben
geschah, in einen Selektionshorizont ein
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