Die Verklärung des antiken Athen und die Überhöhung des deutschen Wandervogels: Ein Essay über den platonischen Weg der deutschen Reformpädagogik VON MICHA BRUMLIK
Die deutsche Reformpädagogik vor dem Ersten Weltkrieg ist in weiten Teilen ein konzeptionelles Gemisch aus Platonismus, Lebensreform und reaktionärer Gesellschaftstheorie. Die „neue Erziehung“ war gekoppelt an eine Erlösungsrhetorik, die ständig einen pädagogischen Eros beschwor, der die alternative Praxis bestimmen sollte. Theosophie und Anthroposophie zogen die Sucher der „neuen Erziehung“ an, die sich dann mit dem „Geist“ der Elitenbildung umhüllen konnten. Demokratie war nur bei den wenigen Sozialisten angesagt, die erst nach 1918 eigene Schulen gründeten und nach 1933 in Vergessenheit gerieten.
Gerold Becker: Lietz und Geheeb. Vortrag vom 12. April 1996 an der 10. internationalen Wagenschein-Tagung an der Ecole d'Humanité, Goldern. Marburg 1999: http://archiv.ub.uni-marburg.de/sonst/1999/0015.html - Zuerst als: Gerold Becker: Lietz und Geheeb. Vortrag vom 12. April 1996 an der 10. internationalen Wagenschein-Tagung an der Ecole d'Humanité, Goldern (=Schriften der Schweizerischen Wagenschein-Gesellschaft, 8), Goldern 1996.