hilde lene's Bookmarks tagged gesellschaft → View Popular
You are here: Diigo Home > hilde lene's Bookmarks
René Girard – Wikipedia
Tags: gewalt, gesellschaft, mythologie on 2008-08-12 -All Annotations (0) -About
more fromde.wikipedia.org
-
Ziel seiner Anthropologie ist die Definition eines einzigen Prinzips, welches es möglich macht, eine wissenschaftlich begründete Erklärung aller Organisationsformen der menschlichen Kultur zutage zu bringen.
-
Mimetische Theorie ist der Begriff, unter dem Girard selbst seine im Laufe der letzten vierzig Jahre formulierten Hypothesen zur Entstehung und Entwicklung der menschlichen Kultur zusammenfass
-
Ausgangspunkt der mimetischen Theorie von René Girard ist die Feststellung, dass menschliche Gesellschaften nur dann überleben können, wenn sie in der Lage sind, dem Ausbreiten der Gewalt innerhalb der Gruppe erfolgreich entgegenzuwirken. Ursache zwischenmenschlicher Konflikte ist das Aneignungsverhalten von Menschen, die in engem Kontakt miteinander leben: Dieses Verhalten stiftet Rivalität, Neid und Eifersucht, ist ansteckend, wird von allen Mitgliedern der Gruppe mitgetragen und führt zu raschen Gewalteskalationen, in denen das ursprüngliche Objekt keine Rolle mehr spielt: sie werden lediglich durch das Imitieren des Anderen in Gang gehalten.
Für das Aneignungsverhalten und die nachfolgende Nachahmung des gewalttätigen Verhaltens wird von Girard der Begriff „Mimesis“ verwendet, um damit den Abstand von der geläufigen Thematisierung des imitativen Verhaltens – die in der von Platon und Aristoteles begonnenen Tradition steht – als Nachahmung äußerlicher Darstellungen, Gestik oder Mimik hervorzuheben.
-
Die Entwicklung des religiösen Denkens in den archaischen Gesellschaften geht in der Abarbeitung von Normen einher, die das Ausbreiten der Gewalt innerhalb der Gruppe verhindern oder steuern.
-
Das Wissen über den Zusammenhang Gewalt–Mimesis ist zugleich ein Wissen über die Wege, die aus der mimetischen Krise (Ausbreitung der Gewalt) führen. Girard postuliert die Existenz einer fundierenden Erfahrung, die ein für alle Mal gezeigt hat, dass die Gewaltspirale durch die Opferung eines Sündenbocks unterbrochen wird. Hat die mimetische Gewalt in einer Gruppe einen Punkt erreicht, in dem alle die Gewalt aller nachahmen und das Objekt, das die Rivalität ausgelöst hat, „vergessen“ ist, so stellt das Auftreten eines einmütig als schuldig empfundenen Individuums eine einheitsstiftende Polarisierung der Gewalt dar: Die Tötung oder Ausstoßung des „Schuldigen“ reinigt die Gruppe von der Gewaltseuche, weil diese letzte – gemeinsam vollbrachte – Gewaltanwendung keinen mimetischen Vorgang (Rache) mit sich bringt
-
Das Verständnis der Mythen der archaischen und klassischen Kultur geht für Girard einher mit der Offenlegung des opferkultischen Charakters jener Vorgänge, die für eine Kultur konstituierend sind. Alle Mythen sind – in ihrem Kern – Berichte über Gewaltanwendungen, die immer die gleiche Polarisierung aufweisen: alle-gegen-alle, alle-gegen-einen und Bruder-gegen-Bruder.
-
Die Mythen sind Erzählungen von Verfolgungen, die regelmäßig die Perspektive der Verfolger wiedergeben: nicht anders als die mittelalterlichen Verfolgungstexte, aus denen man heute ohne weiteres erschließt, dass etwa Gewaltausbrüche gegenüber Juden in Zeiten der Pest oder die Hexenjagd tatsächlich stattgefunden haben. Die Struktur der mythischen und dieser Texten des Mittelalters ist die gleiche: Zustand der Krise, Monstrosität in den Anschuldigungen gegen den Verfolgten, Merkmale des Opfers. Das sind die Elemente, die in den Verfolgungstexten explizit vorkommen und eine kollektive Gewaltanwendung auch dort erkennen lassen, wo sie in den Texten nicht dargestellt wird.
-
dass die gleichen Elemente – zusammen mit dem kollektiven Mord und der Heiligung des Opfers – in den Mythen zu finden sind und dass dort, wo eines (oder mehrere) dieser Elemente fehlt, die Spuren dessen Verwischung immer zu erkennen sind. Das gilt für die Mythen des Altertums wie für die der ethnologischen Volker. Der Ursprung dieser Mythen ist immer eine tatsächlich stattgefundene kollektive Tötung, und diese Tötung auszumachen ist ein Verfahren, dessen Gültigkeit die moderne westliche Kultur nur für sich selbst und für den eigenen geschichtlichen Raum erkennt und für selbstverständlich hält.
-
Wie das Göttliche seinen Ursprung in der Transzendenz des geopferten Sündenbocks hat, so haben Herrschaftsinstitutionen in dem Weiterleben des Sündenbocks in einer menschlichen Gesellschaft ihren Ursprung. Mit seiner Tötung stiftet der Sündenbock eine Überwelt, in der das Heilige seinen Platz findet: Das Heilige ist auch heilbringend, wenn es sich mit den Menschen nicht vermischt. Vor seiner Tötung ist der Sündenbock aber bereits Objekt der Verehrung, hat bereits Frieden innerhalb der Gruppe gebracht. So kann der Urtyp des sakralen Königs als ein Sündenbock betrachtet werden, dessen Opferung vertagt oder gegen eine stellvertretende Tötung ausgetauscht worden ist.
-
Gesteigertes imitativ-kompetitives Verhalten ist also hauptsächlich ein Hindernis für das Zusammenleben von Tieren und Menschen. In einem Rudel ist das Zustandekommen stabiler Führungsverhältnisse (dominance patterns) dank der Eindämmung des kompetitiven Verhalten möglich. Das Alpha-Tier wird imitiert, aber nicht angegriffen, weil ihm gegenüber jedes Aneignungsverhalten unterdrückt werden kann
-
So enthalten z. B. die Unschuld des geopferten Abel und das darauffolgende Verbot, Kain zu töten, eine Bloßstellung der (mimetischen) Gewalt als rein menschlichen Akt, der nicht Heiliges, sondern nur noch Gewalt hervorbringt, und das Wissen, dass Gewalteskalation nur durch Verzicht auf Gewaltanwendung verhindert wird. Dieser Unterschied zu den anderen Mythologien der archaischen Welt – in denen immer die Heiligung der Gewalt und des Opfers festgeschrieben ist – kommt in der Aufforderung der Propheten, die Opferriten aufzugeben und Nächstenliebe statt Gewalt zu praktizieren, noch deutlicher zum Ausdruck.
-
die Passion und den Tod Jesu als endgültige und konsequente Aufklärung des Opfermechanismus: In der Einmütigkeit der Verweigerung der Lehre der Gewaltlosigkeit, die in die Einmütigkeit der Gewaltanwendung mündet, bleibt für den Gewaltlosen keine andere Rolle übrig als die des Sündenbocks.
Schirachs Einspruch › Der Attentäter
Tags: germany, our.life.today, gesellschaft on 2008-08-06 -All Annotations (0) -About
more fromwww.schirach.de
-
Fast alle großen Veränderungen in unserer Gesellschaft spiegeln sich auch in Strafprozessen wider. Bei dem Fall des Mannes, der Hitler im neuen Wachsfigurenkabinett der Madame Tussaud Hitler den Kopf abriss, ist es nicht anders. Die Frage ist, wie die Justiz mit einem solchen Mann umgehen wird.
-
In unserer Gesellschaft, in der es fast keine Tabus mehr gibt, wurde nun noch das letzte überschritten: Hitler wird als Wachsfigur aufgestellt, als sei er ein berühmter Tennisspieler. In Unterhaltungssendungen bespucken Kinder ihre Eltern und durchschnittliche Buchhalter beschreiben ihre Gefühle, während sie sich bei laufender Kamera von einer Domina auspeitschen lassen. Die christliche Kirche ist auf die Frage reduziert, wie sie zu dem Gebrauch von Kondomen steht und im Abendprogramm kann man sich vor dem Fettabsaugen an einer Schauspielerin grausen. Auf jeder Spielconsole schlüpft man in die Haut eines Massenmörders, auf YouTube läuft rund um die Uhr das Verprügeln eines Rentners und in Ausstellungen werden plastifizierte Leichen präsentiert.
-
Nur über das Dritte Reich und den Holocaust gibt es keine Witze. Es ist das letzte Ernsthafte, das letzte Tabu, das letzte Unantastbare in unserer Gesellschaft. Alle anderen Dinge wurden profan. Aber diese letzte Grenze zu überschreiten war bisher frevelhaft. Und die Sühne für diesen Frevel war der Ausschluss aus unserer Gesellschaft. Ein Politiker konnte zum Beispiel, ohne seinem Ansehen wirklich zu schaden, sich in Unterhaltungssendungen bis auf die Knochen blamieren oder mit hilflosen Tanzschrittchen im Fernsehen zum Narren werden. Die größten Peinlichkeiten sind gleichgültig geworden, nichts ist noch ernst zu nehmen, die Vorbilder der Gesellschaft sind jetzt Friseure und Köche, alles ist ein riesiger bunter Hubba- Bubba-Kaugummi. Aber die winzigste Überschreitung dieses letzten Tabus machte jeden sofort zu einer persona non grata, beendete blitzartig und unwiderruflich jede Karriere und gesellschaftliche Anerkennung.
-
Die Ausstellung des Wachs-Hitlers ist der Beginn der Auflösung dieses allgemeinem Konsenses.
-
Nun also wieder: der Führer privat, ausharrend im Halbdunkel vor der Kriegskarte, ernsthaft, sorgenvoll, stark, den Krieg durchhaltend und planend - ein perfektes Propagandabild, wie es Hitler wohl selbst gebilligt hätte. Und das ganz ohne besorgten Hinweis - das eben ist der Tabubruch, das der Frevel: der profane Propaganda-Wachs-Hitler neben Wachs- Boris-Becker. Unser Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl wehrt sich nicht umsonst mit juristischen Mitteln dagegen, in der Nähe des Wachs-Hitlers ausgestellt zu werden.
Der Attentäter reagierte, wie zu allen Zeiten auf einem Tabubruch reagiert wurde. Der Attentäter heilt den Frevel, indem er Hitler den Kopf abreißt. Er kann den Tabubruch nicht ertragen, schon gar nicht in der Nähe der Wilhelmstrasse, nicht neben dem Holocaust- Denkmal, nicht neben der Reichskanzlei. Die unabänderliche Ordnung der Dinge muss wiederhergestellt werden.
-
umso umfangreicher die Kommerzialisierung wird, umso profaner wird der Gegenstand.
-
Entwicklungen in der Kunst, der Wissenschaft oder eben auch der Gesellschaft lassen sich nicht zurückdrehen. Der Wachs-Hitler Madame Tussauds ist nur zufällig der erste Schritt, es hätte auch etwas ganz anderes sein können, z. B. ein Comic oder eine Talentshow. Irgendwann wird es einen kleinen Hitler als Figur bei McDonalds, im Überraschungsei und im Souvenirshop geben. In Australien gab es vor kurzem sogar schon eine Pizzawerbung mit Hitler.
-
Das Wesen der Entwicklung der pluralistischen Gesellschaft ist die völlige Enttabuisierung aller Fragen. Ob man das will oder nicht, spielt keine Rolle. Der Wachs-Hitler Madame Tussauds ist daher keine Entgleisung, er ist eine Entwicklung.
WG mit Opa: Warum Lulu umsonst bei David wohnt - UniSPIEGEL - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
Tags: gesellschaft, alternative, poverty on 2008-07-09 -All Annotations (0) -About
more fromwww.spiegel.de
-
"Wohnen für Hilfe" heißt das Projekt
-
eine ungewöhnliche WG. Solche "Wohnpartnerschaften zwischen Jung und Alt" vermittelt die Stadt Münster seit gut einem Jahr: Ältere Menschen mit großen Wohnungen oder Häusern, die sie selbst nicht mehr vollständig nutzen, nehmen Studenten bei sich auf, die ihnen im Garten oder Haushalt helfen - und dafür maximal die Mietnebenkosten zahlen. Faustregel: Pro Quadratmeter Wohnfläche soll der Student eine Stunde im Monat arbeiten.
-
Dabei sollten die eingesparten Euros nicht die Hauptmotivation für die jungen Akademiker sein
-
ausschließlich darum geht, kostenlos zu wohnen, funktioniert eine solche WG nicht.
-
Es muss ein ganz vitales Interesse an der älteren Generation bestehen.
-
Die Senioren müssen ihrerseits den Studenten genügend Verständnis entgegen bringen - "ohne Neid auf junge Menschen, ohne unaufgearbeitete Probleme mit den eigenen Kindern".
-
Pflegeleistungen für ältere Mitbewohner soll "Wohnen für Hilfe" nicht umfassen und über Einkaufen, Garten- und Hausarbeit oder gemeinsame Gänge zum Arzt nicht hinausgehen
-
geht es vor allem um eine "soziale Gewinnsituation".
-
Unter dem Namen "Homeshare" startete das Wohnkonzept schon zu Beginn der neunziger Jahre in England und Spanien, erreichte einige Jahre später die FH Darmstadt und
wird heute in zehn weiteren Städten Deutschlands angeboten.
Ich bin fast erfroren, das war lustig
Er hat die Politik der USA schon kritisiert, da war Michael Moore noch nicht geboren. Wenn Noam Chomsky ins Stadion geht, macht ihm der Kapitalismus sogar da Angst.
Tags: gesellschaft, politics, usa on 2008-07-09 -All Annotations (0) -About
more fromwww.tagesspiegel.de
-
Noam Chomsky, 78, ist laut „New York Times“ „der meistzitierte Intellektuelle“, andere nennen ihn „ Großvater aller Amerika-Kritiker“; schon Präsident Nixon setzte ihn auf die Liste seiner „Feinde“. Der Professor für Linguistik lehrt in Cambridge am M.I.T. Zuletzt erschien von ihm „Der gescheiterte Staat“
-
Das sind nicht Ihre Freunde, die französischen Intellektuellen.
Ich finde es unerträglich, wie prätentiös die meisten sind. -
st Engagement eine Frage der Intelligenz?
Nein. Im Gegenteil. Der engagierte Intellektuelle französischer Machart ist ja eine üble Farce. -
Wenn man noch das lehrt, was man vor zehn Jahren gelehrt hat, dann ist man entweder tot oder das Fach ist tot.
-
Ich weiß doch gar nicht, ob ich recht habe. Recht hat man nur, wenn man sich an die Arithmetik hält. 2 und 2 gibt 4. Wenn man die empirische Welt betritt, gibt es immer offene Fragen.
-
Die USA haben das schlechteste Gesundheitssystem der westlichen Welt und die größte Armutsrate.
-
welchen Preis haben Sie bezahlt für Ihr Engagement?
Ach, seit ich denken kann, bricht eine Flut von Verachtung und Verleumdungen über mich herein – ich kümmere mich nicht darum. Menschen, die in der intellektuellen Elite akzeptiert sein wollen, fällt das natürlich schwer. -
Die Gehälter der meisten Menschen in diesem Land stagnieren oder sinken seit 25 Jahren. Das macht das Leben sehr hart.
-
sie sind unglücklich. Sie denken, die Regierung arbeite für jemand anders als sie selbst. Und es ist nicht so leicht, eine Gegenbewegung auf die Beine zu stellen. Dafür muss man sein Leben opfern, sonst geht es nicht. Wenn man 50 Stunden die Woche arbeiten muss, um etwas zu essen auf dem Tisch zu haben, hat man keine Zeit, über solche Dinge nachzudenken.
-
Wir leben in einer atomisierten Gesellschaft, die Leute sind sehr separiert, es gibt große Anstrengungen, die Leute zu einer bestimmten Art des Lebens zu bewegen: So viel Materielles zu konsumieren wie möglich. Das führt ja dazu, dass die Schulden von Privatpersonen in den USA mittlerweile das gesamte Volkseinkommen übersteigen. Die Organisationen wie zum Beispiel Gewerkschaften, wo Menschen teilnehmen können, sind fast alle zerschlagen. Nur die Kirchen haben überlebt.
-
In den USA herrscht keine Demokratie.
-
Es gibt Länder, wo ein Großteil der Intellektuellen seinen Pflichten nachkommt und zivilen Ungehorsam lebt. Im Westen kenne ich nur ein Land: die Türkei. Da nehmen die Intellektuellen mit ihren Aktivitäten wirkliche Risiken auf sich.
-
Ich werfe einen ehrlichen Blick auf die Welt – und werde wütend.
-
Dissidente Intellektuelle wie ich waren schon immer ein extrem marginales Phänomen in allen Gesellschaften. Wer trank den Schierlingsbecher? Sokrates. Oder nehmen Sie die Bibel. Die handelt von dissidenten Intellektuellen, die sich kritisch gegenüber der Macht zeigten. Wie wurden sie behandelt? Sie wurden in die Wüste getrieben, ins Gefängnis gesteckt, als Verräter bezeichnet. Jahrhunderte später wurden sie wichtig, nicht zu ihrer Zeit. Der normale Intellektuelle ist einer, der den Mächtigen schmeichelt. Ich gehöre also einer Gattung an, die seit Jahrtausenden stirbt.
-
Noam Chomsky, 78, ist laut „New York Times“ „der meistzitierte Intellektuelle“, andere nennen ihn „ Großvater aller Amerika-Kritiker“; schon Präsident Nixon setzte ihn auf die Liste seiner „Feinde“. Der Professor für Linguistik lehrt in Cambridge am M.I.T. Zuletzt erschien von ihm „Der gescheiterte Staat“
-
Er hat die Politik der USA schon kritisiert, da war Michael Moore noch nicht geboren.
Jahresausblick: Tanja Dückers über die zersplitterte Gesellschaft | ZEIT online
Tags: germany, gesellschaft, our.life.today on 2007-12-20 -All Annotations (0) -About
more fromwww.zeit.de
Gesellschaft - Deutschland - ZEIT online
Tags: germany, gesellschaft, our.life.today on 2007-10-22 and saved by2 people -All Annotations (0) -About
more fromwww.zeit.de
-
In den Jahren der höchsten Arbeitslosigkeit lebten nicht nur die Arbeitslosen in materieller und seelischer Bedrängnis – auch die meisten, die Arbeit hatten, fürchteten um ihren Job. Die Folge waren eine enorme Zunahme von Stress- und Angststörungen – um mehr als 70 Prozent stieg die Zahl der seelischen Leiden am Arbeitsplatz zwischen 1997 und 2004. Obwohl kaum noch jemand wegen Grippe zu Hause blieb, nahmen die psychisch bedingten Fehlstunden in dieser Zeit um mehr als ein Drittel zu. Herzinfarkt, Depression und Angst sind Volkskrankheiten geworden.
-
In der Ökonomie der latenten Erpressung – wenn du nicht funktionierst, freuen sich 100 andere auf deine Stelle – bildete sich ein neues Duckmäusertum heraus: bloß nicht auffallen, bloß nicht anecken.
-
Hand in Hand mit der technischen Revolution ging eine ungeheure Arbeitsverdichtung: Sogenannte »einfache« Tätigkeiten, sei es in Sekretariaten, Archiven oder Botendiensten, wurden angeblich überflüssig (und die Leute, die sie verrichtet hatten, entlassen). Doch von diesen Arbeiten bleiben auch bei elektronischer Unterstützung Reste: Der Ingenieur, der seine Powerpoint-Folien selbst fotokopiert, erfindet eben in dieser Zeit kein weltmarktfähiges Produkt; der Redakteur, der seine Zeitungsseite selbst layouten muss, recherchiert keine Geschichte; der Arzt, der seine Abrechnung macht, behandelt so lange keinen Patienten. Sie alle haben nur mehr – Last.
-
Zugleich ist Einsamkeit ein Grundgefühl unserer Tage. Der Kommunikations-Overkill, der Erreichbarkeitswahn greifen zu einer Zeit um sich, da es immer schwieriger scheint, ein stabiles soziales Umfeld aufrechtzuerhalten. Kaum jemand wohnt noch am gleichen Ort wie seine Eltern. Für Freunde, wenn man sie denn findet, hat man zu wenig Zeit. Ehen halten immer schlechter. Beziehungen sind kompliziert wie nie zuvor.
-
Am Typus des rotierenden Vielbeschäftigten sind denn auch jene Angebote orientiert, die mit äußerem Globalisierungsdruck gar nichts zu tun haben, die Gesellschaft aber dennoch in Richtung Hamsterrad treiben: zum Beispiel die längeren Ladenöffnungszeiten, die sonntags geöffneten Geschäfte und Autowaschanlagen, die 24-Stunden-Callcenter.
-
Alles, was Menschen in ihrer Entwicklung brauchen, um intellektuelle Ressourcen zu bilden – Muße, Zeit für Freundschaften, Langeweile –, wird geopfert.
-
Die Gefährdungen und das Mitleidheischende der Globalisierung, von Niedriglohnkonkurrenz über CNN-vermitteltes Elend bis zu Völkerwanderungen und Terrorismus, werden als Stress- und Bedrohungsfaktoren bleiben, aber durch Panik, Selbstblockade, Verzettelung und Konzentrationsmangel werden wir ihnen kaum intelligent begegnen können.
Gesellschaft - Gesellschaft - Leben - ZEIT online
Tags: [text], gesellschaft, our.life.today on 2007-09-20 -All Annotations (0) -About
more fromwww.zeit.de
-
Aber wenn du über die Wanne siehst, in den Fernseher oder in die Vororte oder in die Leichenhallen oder in die Wirtschaftsseiten, da geht doch gar nichts mehr.
-
Irgendwie bin ich dagegen. Gegen wen nur? Und wie macht man das?
-
wunderschöne Streiche machen, die kein System der Welt ändern, keinen schlechten Menschen zu einem guten formen, aber die stören. Den Betrieb, den Ablauf, den Kommerz, den Wahnsinn.
-
Die Alternative: sterben. Die Alternative: das Feld den Feinden überlassen. Und wer sind die noch Mal? Alle, kommt drauf an, von wo man schaut. Für viele ist der Feind - die da oben. Ist klar. Oder die Wirtschaft. Gerade hat Bill Gates wieder 700 Millionen gespendet. Was spenden Aktivisten normalerweise? Ihre wertvolle Freizeit. Egal. Gegen wen kann man also sein? Wer blickt durch, durch das Dickicht aus politischen, ökonomischen, geografischen Vernetzungen? Dazu muss man nachdenken, sich informieren, überlegen, wo man einen kleinen Stachel ins große Getriebe jagen kann. Machen viele. Menschen nicht. Würde ich jedenfalls behaupten, wenn ich mir in meinem Fotoalbum der hässlichsten Schnappschüsse der vergangenen Jahre zum Beispiel Pace(oder Peace? Scheiß der Hund drauf wie geschrieben)-Demonstranten ansehe. (Wunderbar, wie die Hersteller der kleinen Friedensfahnen auf einmal richtig fett Geld verdienten. Ob sie gespendet haben?)
-
Sich einfach verweigern, weil man weder Geschmack, Stil, Ausstrahlung noch Intelligenz besitzt, langt nicht.
-
Wie findet man die Balance zwischen, passiv auf sein Ende zu warten, die Schultern zu heben und zu murmeln: „Da kann man doch eh nichts tun“ und zum krakeelenden, schlecht riechenden Mitläufer zu werden?
-
Es ist gut, gegen Fehler im System zu sein, aber das System sind nicht immer nur die anderen. Ganz schnell wird man ein Teil davon. Und dann? Es ist gut, gegen etwas zu sein und dabei prima auszusehen, doch wie lange sieht ein Mensch prima aus, und soll er danach sterben gehen? Überdies ist unerfreuliches Aussehen fast nie eine Frage der Trikotagen, sondern Ausdruck erloschenen Inneren. Es ist gut, gegen etwas zu sein, den Kapitalismus ein wenig zu verlangsamen, weil man sonst aufgibt, weil man sonst noch sehr viel schneller mies aussieht. Ob es etwas nützt, ist eigentlich egal.
Undercover - Gesellschaft - Leben - ZEIT online
-
CallOn, dem zweitgrößten Vermarkter von Lotterielosen in Deutschland. CallOn ist ein Callcenter, einer der Big Player in diesem neuen Wirtschaftszweig.
-
Mehr als 5500 Callcenter gibt es in Deutschland. 400.000 Beschäftigte hatte die Branche 2006, in diesem Jahr werden vermutlich 40.000 Mitarbeiter hinzukommen.
-
Es scheint, als seien Callcenter die Bergwerke der Neuzeit: Zigtausende arbeiten im Verborgenen, werden unsichtbar – und ihre Arbeitsbedingungen auch. Die Branche wächst schnell und verändert sich rasant: Nur noch ein Drittel der Firmen ist mit sogenannten Inbound-Geschäften betraut, nimmt also im Auftrag eines Unternehmens Anfragen, Beschwerden oder Anregungen von Kunden entgegen. Zwei Drittel widmen sich teilweise oder vollständig dem Outbound: Verkaufsgeschäften.
-
Fast immer ist der Kunde der Betrogene. Die Callcenter rufen tagein, tagaus bei den Deutschen an – in der Regel ungebeten. 900.000 unaufgeforderte Anrufe, schätzt der Bundesverband der Verbraucherzentralen, werden täglich von Callcentern aus geführt. In 95 Prozent der Fälle fühlen sich die Verbraucher belästigt.
-
CallOn telefoniert im Auftrag der Firma LottoTeam und verkauft Systemlotto-Scheine.
-
Sowohl CallOn als auch LottoTeam haben ihren Hauptsitz in den Niederlanden. Beide gehören Eckhard Schulz. 1999 erstattete die staatliche Lotteriegesellschaft WestLotto Strafanzeige gegen LottoTeam wegen Lottosteuerhinterziehung und illegalen Glücksspiels. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelte, LottoTeam-Konten in Höhe von 192 Millionen Euro wurden eingefroren, im März 2004 wurde Anklage erhoben, und Eckhard Schulz nahm sich vier Anwälte. Am 17. November 2006, nach 17 Verhandlungstagen, beantragte die Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens. Sie hatte vermutet, dass Schulz die Gelder der Spieler überhaupt nicht gespielt, sondern sie auf Konten geparkt hatte. Die Gewinne, die den Spielern theoretisch, entsprechend der deutschen Lottoziehung, zustanden, habe er zwar von diesen Konten gezahlt. So habe er jedoch die anfallenden Lottosteuern umgangen. Nachweisen konnte die Staatsanwaltschaft das nicht. Der Firmenchef besaß so viele Gesellschaften und Treuhandgesellschaften in Deutschland und den Niederlanden, dass es unmöglich war, den Geldfluss nachzuvollziehen. Die Staatsanwaltschaft einigte sich mit Schulz’ Anwälten darauf, das Verfahren gegen Zahlung von 750.000 Euro einzustellen.
-
Die Rechtsprechung sagt eindeutig: Ohne ausdrückliche und konkrete Aussage, man wolle angerufen werden, darf ein Callcenter die Nummer eines erhofften Neukunden nicht wählen.
-
Das Ziel eines jeden Anrufes bei CallOn ist es, eine Kontonummer zu ergattern, für die Abbuchung.
-
Bei CallOn hatte ich eine Kollegin kennengelernt, die von der Arbeitsagentur zu einem Callcenter namens ZIU-International geschickt worden war. Dort, erzählte sie mir, seien ihr Verkaufspraktiken abverlangt worden, die sie mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren konnte. Nachdem sie der Arbeitsagentur den Fall unterbreitet hatte, informierte die nicht etwa die Gewerbeaufsicht, sondern bestrafte die Frau mit einer Sperrzeit. Kein Geld, kein Hartz IV, keine Arbeitslosenunterstützung. Sie habe das Ende ihres Beschäftigungsverhältnisses selbst zu verantworten, hieß es. Man darf keine Skrupel haben im Callcenter. Und mancher kann sich einfach keine Skrupel leisten.
-
Mein nächstes Callcenter wird also ZIU-International.
-
ZIU-International ist ein junges, aufstrebendes Unternehmen, das auch in den Internetstellenanzeigen der Arbeitsagentur zu finden ist.
Die Mülltaucher - Aktuelle Nachrichten von Tagesspiegel Online
-
Wegwerfwahn
-
gegen eine Konsumkultur protestieren
-
Er beschloss, von möglichst wenig Geld zu leben. Er hörte von Leuten, die sich ihr Essen aus Containern holen.
taz 27.11.06 "Hartz IV löst nur Leid aus"
-
es geht immer um den Menschen. Ich versuche, ihn so zu nehmen, wie er gern wäre.
-
Was würden wir mit einem Grundeinkommen gewinnen?
Würde und Sicherheit - und Macht.
-
Die meisten Menschen tragen seltsamerweise zwei Menschenbilder in sich - eines von sich und eines von den Mitmenschen. In dem ersten, spirituellen Bild ist der Mensch ein mit Vernunft und Freiheit begabtes Wesen. In dem zweiten, materialistischen Bild gleicht der Mensch eher einem Tier, da erscheint er als determiniertes Reizreaktionswesen. Diese Vorstellung spiegelt sich in dem Satz: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
-
Diese Menschen leiden darunter, dass sie nicht respektiert und anerkannt werden. Dass sie von der Gesellschaft stigmatisiert werden, weil sie angeblich nutzlos sind. Als Arbeit gilt nur das, was Werte schafft. Wenn eine Frau ihre drei Kinder großzieht, dann wird sie gefragt: Arbeitest du oder bist du zu Hause?
-
Wir haben ein kulturelles Problem. Zum ersten Mal nach über 5.000 Jahren Menschheitsgeschichte leben wir im Überfluss. Aber wir kommen mit dieser neuen Wirklichkeit nicht klar
-
Mit Hartz IV werden die Menschen sozial ausgegrenzt. Es gehört abgeschafft.
-
Wenn ich dem anderen Menschen keinen Freiraum gebe, wenn ich ihn drangsalieren und kujonieren will, dann werde ich ihm nicht gerecht.
-
Sagen wir mal so: Wir haben eher ein Oberschichtenproblem als ein Unterschichtenproblem in Deutschland. Die Oberschicht ist nicht in der Lage, gesamtgesellschaftlich zu denken.
-
Wer sich jedoch über den anderen erhebt, der handelt im Prinzip unmenschlich. Von der Unterschicht ist man schnell beim Untermenschen.
-
Hartz IV ist offener Strafvollzug", haben Sie einmal gesagt. "Es ist die Beraubung von Freiheitsrechten. Hartz IV quält die Menschen, zerstört ihre Kreativität."
Bürgertum vs. Unterschicht: Arbeitslos? Selbst Schuld! - Kultur - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
Tags: gesellschaft, politics, poverty on 2007-07-09 -All Annotations (0) -About
more fromwww.spiegel.de
taz 17.11.06 Was tun ohne Vitamin B?
-
Armut definiert sich nicht rein nach Einkommen, sondern auch sozial. Zum Drama der echten Unterschicht gehört nicht allein, dass sie sehr häufig Hartz IV bezieht - sondern dass sie nur andere Hartz-IV-Empfänger kennt. Es fehlen die nützlichen Beziehungen. Wirklich ausgestoßen ist in dieser Gesellschaft, wer nur Ausgestoßene trifft.
-
2005 wechselten rund 6,2 Millionen Menschen ihre Stelle, doch die Arbeitsagenturen haben nur 16 Prozent der Jobs vermittelt. Manche Angestellter fand seine neue Aufgabe durch eine Anzeige, doch das sind auch nur 19 Prozent. Der riesige Rest steuert seine Karriere informell. Man wird angesprochen. Man kennt sich.
-
Bei der Bildung kommt es nicht nur auf die Inhalte an, sondern auch auf die Klassenkameraden.
Davon ist gerade die Elite überzeugt und sie muss es ja wissen. Jedenfalls sind viele potente Eltern bereit, viel Geld auszugeben, damit ihre Kinder Privatschulen besuchen, um in den richtigen Kreisen zu landen.
-
So wird reales Kapital in soziales Kapital umgewandelt, auf dass es sich wieder amortisiere.
-
Das Problem der echten Unterschichtsangehörigen ist ja nicht, dass sie sich vorübergehend einschränken müssen - es ist ihre Lebensperspektive. Es zermürbt, immer rechnen zu müssen. Tag für Tag, Monat für Monat.
-
So ist statistisch erwiesen, dass Kinder von Professoren eine deutlich höhere Chance haben, ebenfalls an den Universitäten Karriere zu machen. Im Management zeigt sich die gleiche Tendenz zur professionellen Inzucht, für die die Wissenschaft längst ein Wort gefunden hat: "homosoziale Kooptation".
-
Die Armen unterscheiden sich prinzipiell nicht vom Rest der Bevölkerung - auch sie kennen nur Ihresgleichen. Aber bei ihnen wird es zur Schande, weil ihre Verwandten und Bekannten keinen ökonomischen Wert besitzen. Da ist dann von "Sozialhilfe-Karrieren" die Rede,
-
Jede Gesellschaft schichtet sich, dagegen ist nicht anzukommen
-
Es geht also nicht darum, die Klassengesellschaft zu überwinden - es wäre schon viel, sie wahrzunehmen. Armut wäre dann kein individuelles Versagen, würde nicht mehr entwürdigen und wäre nicht mehr so "stillos"
LINKEZEITUNG.DE - Das Konsumimperium
-
Sag mir, wieviel du verbrauchst und ich sag dir,
wieviel du wert bist. Diese Zivilisation lässt weder die Blumen, noch
die Hühner, noch die Menschen schlafen. In den Treibhäusern werden die
Blumen Dauerlicht unterworfen, damit sie schneller wachsen. In den
Eierfabriken ist den Hühnern auch die Nacht verboten. Und die Menschen
sind zur Schlaflosigkeit verurteilt, wegen der Kaufsucht und der
inneren Unruhe dann bezahlen zu müssen. Diese Lebensweise ist nicht
sehr gut für die Menschen, aber sie ist sehr vorteilhaft für die
Pharmaindustrie.
Die USA verbraucht die Hälfte der Beruhigungsmittel, Mittel gegen die
Beklemmung und andere chemische Drogen, die legal in der Welt verkauft
werden und mehr als die Hälfte der verbotenen Drogen, die illegal
verkauft werden, was nicht wenig ist, wenn man bedenkt, dass die USA
kaum fünf Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. -
„Unglückliche Leute, die leben, um sich gegeneinander abzuschätzen“
-
die
Schande nicht zu haben -
Die
Serienproduktion, auf gigantischer Ebene, setzt überall ihre
Pflichtnormen des Konsums. -
Diese Zivilisation,
die die Quantität mit der Qulität verwechselt, verwechselt die
Korpulenz mit guter Ernährung. -
Der beispielhafte Konsument steigt nur aus dem Auto, um zu arbeiten und
um fernzusehen. Vor dem kleinen Bildschirm sitzend, verbringt er vier
Stunden täglich Plastikessen runterschlingend.
Es triumphiert der als Essen verkleidete Abfall -
Die Massenkonsumenten erhalten Befehle in einer universellen Sprache
-
Überall verstehen alle die Botschaften, die der Fernseher übermittelt.
Im letzten Viertel des Jahrhunderts verdoppelten sich die Ausgaben der
Werbung auf der Welt. Dank ihnen trinken die armen Kinder immer mehr
Coca Cola und immer weniger Milch und die Freizeit wird zur
Pflicht-Konsumzeit. Freie Zeit, Gefangenenzeit: Die sehr armen Häuser
haben kein Bett, aber sie besitzen einen Fernsehapparat und der
Fernseher hat das Wort. -
Niemand hört zu, aber es
spricht für alle. Arme und Reiche lernen so die Tugenden des letzten
Automodells kennen und Arme und Reiche erfahren die vorteilhaften
Ratenzahlungen, die diese oder jene Bank anbietet.
Die Experten verstehen es, Waren in Zaubereinheiten gegen die
Einsamkeit zu verwandeln. Die Dinge haben menschliche Bestimmungen: Sie
streicheln, begleiten, verstehen, helfen, das Parfüm küsst dich und das
Auto ist der Freund, der niemals versagt. Die Kultur des Konsums machte
aus der Einsamkeit den lukrativsten der Märkte. -
Und die Dinge können nicht nur umarmen: Sie können auch Symbole des
sozialen Aufstiegs sein, Passierscheine, um die Grenzen der
Klassengesellschaft zu überwinden, Schlüssel, die verbotene Türen
öffnen. Um so exklusiver, um so besser: Die Dinge wählen dich aus und
retten dich aus der Massenanonymität. Die Werbung informiert nicht über
das Produkt, das sie verkauft, oder seltene Male tut sie das. Das ist
das wenigste. Ihre Funktion besteht in erster Linie in der
Frustkompensierung und Fantasien zu nähren -
dass die Straftaten auf der
Strasse nicht nur Folge extremer Armut sind. Sie sind auch die Frucht
der individualistischen Ethik. Die gesellschaftliche Besessenheit des
Erfolgs, sagt Platt, wirkt sich entscheidend auf die illegale Aneignung
der Dinge aus.
