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31 May 09

Emergenz

  • Bewußtseine stimmen ihr Verhalten
    aufeinander ein, indem sie sich wechselseitig so beobachten, daß sie die
    Selbstreferenz des beobachteten Bewußtseins unterscheiden von dessen
    Fremdreferenz, diese Differenz einspiegeln in das eigene Bewußtsein und
    unterstellen, daß dies beim anderen Bewußtsein sich genauso
    abspiele. Dabei werden Bewußtseinsereignisse produziert, die ihren
    Entstehungskontext nicht verlassen, sondern unaufhebbar Binnenereignisse
    im Prozeß der autopoietischen Reproduktion von Bewußtsein bleiben. An
    der Außenseite psychischer Systeme finden Ent-Äußerungen statt,
    Verhaltensproduktionen, die von paralinguistischen Signalen bis zur
    sprachlichen Mitteilung reichen. Der Umstand nun, daß die laufende
    Emission von Verhalten mehrfach digitalisiert wird, d.h. von
    verschiedenen Beobachtern zerlegt wird in Ereignisketten mit differenter
    Selektivität, dieser Umstand wird mit dem Ausdruck
    'Emergenz' bezeichnet. Jemand sagt etwas, hört, was er
    sagt, und jemand anderer hört, was gesagt wird, und sagt selbst
    etwas. Damit setzt die psychisch/soziale Bifurkation ein: Die
    Bewußtseine 'weben', was sie hören (sehen etc.), in ihren
    je eigenen Sinnhorizont ein, und die Äußerung schreibt das, was eben
    geschah, in einen Selektionshorizont ein
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