23. Deutsch-Türkisches Journalistenseminar
Europa braucht den Orient – wenn er so ist wie Istanbul. Die Metropole am Bosporus ist in diesem Jahr Kulturhauptstadt. Doch vor allem beheimatet die Hauptstadt viele Kulturen. Das hat ihren Bewohnern in der Vergangenheit einige Probleme eingebracht. Vor allem mit anderen Türken,
schreibt Schriftsteller Petros Markaris .
Die Regierung Erdoğan will das politisch starke Militär der
Türkei in die Schranken weisen. Helfen tut ihr dabei ein vermeintlicher Putschplan der Armee
Heute bin ich einmal ganz bewusst über die "Istiklal" gelaufen. Mit Blick nach
oben, auf die Ladenschilder. Die "Istiklal" heißt eigentlich Istiklal Caddesi,
also Unabhängigkeitsstraße, und ist die Hauptverkehrsader in Beyoglu.
Die heutige Türkei erscheint als zutiefst zerrissen. Ineinander verfliessende, aber auch sich widersprechende Identitäten prägen das Land, das zugleich modern und archaisch, säkular und muslimisch, europäisch und anatolisch ist. Indem es sich nicht offen der Vergangenheit und wirklich den heutigen Problemen stellt, verbaut sich das Land die Zukunft.
Von Necla Kelek