Die Leichtigkeit des Zugangs sabotiert die Aneignung von Wissen.
In einer sich rasch wandelnden Welt, in der sich Wissensinhalte ständig ändern, scheint der Verzicht auf verbindliche geistige Traditionen zu einer Tugend geworden zu sein.
Hier geht es nicht mehr um ein Erkennen um des Erkennens willen, wie es einst Aristoteles gesehen hat.
"Es ist nicht der Arbeiter, der zum Wissenden wird, sondern der Wissende, der zum Arbeiter wird."
Dieser Tage erschien Konrad Paul Liessmanns Buch "Theorie der Unbildung", ein feuriges Pamphlet gegen die jüngsten Universitätreformen, die Ranking-Kultur in der Bildungsdebatte und einen blinden "Reformgeist". Für den "Falter" habe ich mich mit Liessmann über seine Thesen unterhalten.
Traute man den Versicherungen der Proponenten der Wissensgesellschaft, dann stellte das Wissen einen der höchsten Werte der modernen Gesellschaft dar. Wissen, so scheint es, ist zu einem kostbaren Gut geworden, das aufwändig hergestellt, sorgsam gehegt und aufopfernd gepflegt wird.