Konkretisiert werden konnte dieser Ansatz nun auf einem internationalen Seminar am Georg-Eckert-Institut für Internationale Schulbuchforschung, das vom 28. bis 30. November 2007 in Braunschweig stattfand. Bezugspunkt war der geographische Raum "zwischen Nogat und Memel", das ehemalige Ostpreußen - und damit eine historische Region, die lange Zeit von konkurrierenden nationalen Ansprüchen geprägt war, heute eine mehrfach aufgeteilte staatliche Zugehörigkeit (Polen, Litauen und Russland) aufweist und in ihrem russischen Teil als Exklave innerhalb der erweiterten EU wiederholt für politische Aufmerksamkeit sorgt. Europäische Nachbarschaft und Kooperation sind hier noch längst keine täglich praktizierte Selbstverständlichkeit, doch gerade deswegen lohnt es sich, die Frage zu stellen: "Was erfahren Schüler in Deutschland, Russland, Polen und Litauen über diesen gemeinsamen historischen Begegnungsraum?"