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19 Nov 07
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Das Thema Irak ist in den vergangenen Wochen ein wenig aus den Schlagzeilen gerückt. Das ist zu einem Teil auf mediale Gesetzmäßigkeiten zurückzuführen: "Bad news are good news", wenn keine Massaker zu beklagen oder Selbstmordanschläge zu berichten sind, gibt es eben nichts zu veröffentlichen. Aber es ist noch etwas anderes im Spiel. Die veränderte Realität im Irak zur Kenntnis zu nehmen, hieße Abschied nehmen von einer liebgewordener Praxis.
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Auch möchte man nicht von der Erwartung lassen, die verhasste Bush-Regierung werde im Irak kläglich scheitern. Der Krieg sei bereits endgültig verloren, so klang es während dieses Jahres, der Offenbarungseid, das Eingeständnis der Niederlage, werde nicht mehr lange auf sich warten lassen.
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Doch muss man David Goodhart, Chefredakteur von Prospect, zustimmen, wenn er bemerkt, dass Bulls kühler, kenntnisreicher Blick auf die Realität im Irak sich wohltuend abhebt vom "schrillen Moralismus" eines weiten Teils der internationalen Irak-Berichterstattung, der es hauptsächlich darum zu gehen scheint, die Debatte über das Für und Wider des Krieges weiterzuführen. Weil man die Invasion für falsch, wenn nicht gar illegal hielt, darf am Ende kein Ergebnis stehen, dass als nachträgliche Rechtfertigung dienen könnte. Auch wenn es im Interesse der Menschen im Irak und des Westens liegen würde.
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Dabei ist es gleichgültig, ob man Invasion und Sturz des Regimes von Saddam Hussein begrüßte oder den Krieg für einen schweren strategischen Fehler hielt - jetzt zählt einzig noch, ob die Transformation des Irak gelingen kann, in ein Land mit einer repräsentativen Form der Herrschaft, selbst wenn sie nicht westlichen Vorstellungen von Demokratie entspricht.
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Unbeschadet dessen kristallisiert sich immer deutlicher heraus, wie richtig es war, den lautstarken Forderungen nach einem Ende des militärischen Einsatzes nicht nachzugeben. Nicht nur wäre es moralisch verwerflich gewesen, die Iraker sich selbst zu überlassen, bevor sie in der Lage sind auf eigenen Füßen zu stehen. Der Westen als ganzes hätte Schaden gelitten, die fundamentalistischen Gegner von Freiheit und Demokratie hätten Auftrieb erhalten.
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Die Iraker haben immer wieder in den letzten Jahren bewiesen, dass sie Demokratie wollen. Bei Wahlen wie bei der Abstimmung über die Verfassung gingen jeweils über 70 Prozent der Iraker an die Wahlurnen, obwohl das oft genug mit Gefahr für Leib und Leben verbunden war. Diese kollektive Bekundung demokratischer Sehnsucht wurde in den westlichen Medien häufig ignoriert, es passte nicht in das Bild, das man sich gemacht hat.
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Doch die Hauptgefahr für den Irak bestand und besteht stets darin, dass Amerika die Geduld und Entschlossenheit verlieren und abziehen würde, bevor die Iraker in der Lage sind, auf eigenen Füßen zu stehen und eine einigermaßen stabile, zivile Ordnung entstehen konnte. Dem Druck, vorzeitig abzuziehen, hat sich George Bush bislang erfolgreich widersetzt. Wie immer man über die Politik dieses Präsidenten denken mag - hier hat er richtig und konsequent gehandelt.
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