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Als wäre es ein amerikanischer Gerichtsfilm, bekämpften sich am 16. Dezember 1970 der linksliberale Henri Nannen, damals Chefredakteur des Stern, und Gerhard Löwenthal, der, vorsichtig gesagt, radikalkonservative Moderator des ZDF-Magazins, plädierten 47 Minuten lang und mussten sich dann beide erschöpft dem immer wieder hinausgeschobenen Sendeschluss ergeben.
Vordergründig ging es in dem Streitgespräch darum, ob Hans Weidemann, beim Stern zuständig für die auch heute noch bestehende Aktion "Jugend forscht", im Jahr 1944 in Italien an der Erschießung von Partisanen beteiligt gewesen war und sein damaliger Untergebener Nannen womöglich ebenfalls.
Ob "denn der Löwenthal wohl ein Jude" sei?
Ja, Gerhard Löwenthal, der in diesem öffentlich-rechtlichen Streit zu unterliegen schien, war Jude. Während der junge Nannen 1943 beim Münchner Bruckmann-Verlag arbeitete und Briefe ordnungsgemäß mit "Heil Hitler!" versah, oder unter der Rezension einer nationalsozialistischen Kunstausstellung verstand, dass "der Führer aus unserer innersten Mitte gleichsam als Verdichtung unseres ganzen Volkes wunderhaft heraufgestiegen" sei, saßen Löwenthal und sein Vater auf Wunsch eben dieses Führers im Konzentrationslager Sachsenhausen.
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