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TP: Vorsätze und Verbote - The Diigo Meta page

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Marcel Weiss's personal annotations on this page

marcel
Marcel bookmarked on 2009-01-04 urheberrecht copyright
  • Trotz der Konzentration der Begründungen neuer Monopolrechte mit "Kreativen" und "Urhebern" deuten zweierlei Tatsachen darauf hin, dass diese von einem Ausbau von Immaterialgüterrechten nicht zu mehr oder besseren Schöpfungen angeregt werden. Zum einen sind die direkten Nutznießer der geplanten Verbotsrechte selten Urheber, sondern meist bloße Rechteinhaber. Große Unternehmen, die (wie unter anderem <!--LINK--><!--LINK_ICON-->[local] <!--/LINK_ICON--><!--LINK_TEXT-->Reto Hilty<!--/LINK_TEXT--><!--/LINK-->, der Direktor des Max-Planck-Instituts für "Geistiges Eigentum", feststellte) keineswegs die gleichen wirtschaftlichen Interessen haben wie Urheber. Aus diesem Grunde werden auch zusätzliche Profite nicht oder nur an sehr wenige "Künstler" weitergereicht.




    Zum anderen belegen sowohl <!--LINK--><!--LINK_ICON-->[local] <!--/LINK_ICON--><!--LINK_TEXT-->Motivations- als auch Kulturevolutionsforschung<!--/LINK_TEXT--><!--/LINK--> relativ einhellig, dass selbst jene wenigen "Künstler", die von einem Ausbau von Monopolrechten tatsächlich finanziell profitieren, dadurch nicht zu mehr Kreativität angeregt werden. Schon seit längerem ist bekannt, dass die von Politik und Medien für den weiteren Ausbau von Immaterialgüterrechten herbeizitierte Anreiztheorie nur auf einem begrenzten Gebiet funktioniert. Bereits in den 1970er Jahren fasste Kenneth McGraw von der University of Mississippi die Ergebnisse der bis zu diesem Zeitpunkt durchgeführten Motivationsstudien zusammen und kam zu dem überraschenden Ergebnis, dass finanzielle "Anreize" zur Leistungsminderung führen können – vor allem wenn die Leistung komplex ist und/oder schöpferischen Aufwand erfordert.

  • Es gibt, wie die Harvard-Psychologin Teresa Amabile später herausfand, allerdings noch eine Ausnahme von der Ausnahme: Wenn die finanzielle Belohnung die Durchführung der kreativen Aufgabe erst möglich macht, fördert sie ein besseres Gesamtergebnis. Darüber hinausgehende Belohnungsanreize verschlechtern das Ergebnis jedoch wieder.<!--LIT-->[<!--LIT_NR-->3<!--/LIT_NR-->]<!--/LIT-->
    Eine adäquate politische Umsetzung dieser Ergebnisse wäre also beispielsweise eine Künstlergrundsicherung, nicht aber ein System, das sehr wenigen Menschen sehr hohe "Belohnungen" bietet, der großen Masse aber zu wenig für ein Grundauskommen.

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  • 04 Jan 09
    • Trotz der Konzentration der Begründungen neuer Monopolrechte mit "Kreativen" und "Urhebern" deuten zweierlei Tatsachen darauf hin, dass diese von einem Ausbau von Immaterialgüterrechten nicht zu mehr oder besseren Schöpfungen angeregt werden. Zum einen sind die direkten Nutznießer der geplanten Verbotsrechte selten Urheber, sondern meist bloße Rechteinhaber. Große Unternehmen, die (wie unter anderem <!--LINK--><!--LINK_ICON-->[local] <!--/LINK_ICON--><!--LINK_TEXT-->Reto Hilty<!--/LINK_TEXT--><!--/LINK-->, der Direktor des Max-Planck-Instituts für "Geistiges Eigentum", feststellte) keineswegs die gleichen wirtschaftlichen Interessen haben wie Urheber. Aus diesem Grunde werden auch zusätzliche Profite nicht oder nur an sehr wenige "Künstler" weitergereicht.




      Zum anderen belegen sowohl <!--LINK--><!--LINK_ICON-->[local] <!--/LINK_ICON--><!--LINK_TEXT-->Motivations- als auch Kulturevolutionsforschung<!--/LINK_TEXT--><!--/LINK--> relativ einhellig, dass selbst jene wenigen "Künstler", die von einem Ausbau von Monopolrechten tatsächlich finanziell profitieren, dadurch nicht zu mehr Kreativität angeregt werden. Schon seit längerem ist bekannt, dass die von Politik und Medien für den weiteren Ausbau von Immaterialgüterrechten herbeizitierte Anreiztheorie nur auf einem begrenzten Gebiet funktioniert. Bereits in den 1970er Jahren fasste Kenneth McGraw von der University of Mississippi die Ergebnisse der bis zu diesem Zeitpunkt durchgeführten Motivationsstudien zusammen und kam zu dem überraschenden Ergebnis, dass finanzielle "Anreize" zur Leistungsminderung führen können – vor allem wenn die Leistung komplex ist und/oder schöpferischen Aufwand erfordert.

    • Es gibt, wie die Harvard-Psychologin Teresa Amabile später herausfand, allerdings noch eine Ausnahme von der Ausnahme: Wenn die finanzielle Belohnung die Durchführung der kreativen Aufgabe erst möglich macht, fördert sie ein besseres Gesamtergebnis. Darüber hinausgehende Belohnungsanreize verschlechtern das Ergebnis jedoch wieder.<!--LIT-->[<!--LIT_NR-->3<!--/LIT_NR-->]<!--/LIT-->
      Eine adäquate politische Umsetzung dieser Ergebnisse wäre also beispielsweise eine Künstlergrundsicherung, nicht aber ein System, das sehr wenigen Menschen sehr hohe "Belohnungen" bietet, der großen Masse aber zu wenig für ein Grundauskommen.