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03 May 08
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Außerdem schafft das Internet ein hohes Maß an Transparenz.
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Die digitale Revolution verändert unsere gesamte gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Ordnung in einem rasenden Tempo. Auch der Markt für Nachrichtenanbieter befindet sich in einem grundlegenden Wandel: Jeder kann im Internet kostengünstig und einfach eigene Inhalte publizieren und weltweit verbreiten. Neue Formen der Zusammenarbeit unter Bloggern machen thematisch vielfältig ausgerichtete Nachrichtenplattformen möglich. Die Zeitungen bekommen die Folgen der digitalen Revolution in Form eines härteren Wettbewerbs gerade um jüngere Zielgruppen zu spüren.
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Die recht zufallsgesteuerte virtuelle Mund-zu-Mund-Propaganda ist der vielleicht wichtigste Informationsfilter im Internet. Wilde Gerüchte, schrille Selbstdarsteller und radikal zugespitzte Thesen haben dabei gute Chancen, sich gegen seriöse Konkurrenz durchzusetzen.
Ein Beispiel dafür: Als der Hurrikan Katrina in New Orleans wütete, hat ein Blogger auf einer reichweitenstarken Online-Plattform das Gerücht in Umlauf gebracht, dass verzweifelte Einwohner menschliche Leichen essen würden, um nicht zu verhungern. Die Nachricht hat sich in Windeseile über die ganze Welt verbreitet, obwohl sie nach kurzer Zeit von den Betreibern der Seite wieder vom Netz genommen worden war.
Angesichts der Anfälligkeit der Internetkommunikation für die Verbreitung von Gerüchten sollten Zeitungen auf ihre eigenen Stärken setzen. Das wohl wichtigste Pfund, mit dem sie wuchern können, ist eine hohe Glaubwürdigkeit ihrer Berichterstattung. Die darin liegende Chance gilt es zu erhalten. -
Der Filter, den eine Nachricht passieren muss, bevor sie ihren Weg zum Zeitungsleser findet, ist die von Sachkenntnis geleitete journalistische Unbestechlichkeit. Damit erreichen Zeitungen einen hohen Qualitätsstandard, von dem die meisten Internetpublikationen – von Ausnahmen abgesehen – nur träumen können.
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Den Kampf um die reißerischste Nachricht werden Zeitungen gegen das Internet wohl kaum gewinnen können. Umso bedenklicher ist es, wenn Journalisten ihre Glaubwürdigkeit gelegentlich leichtfertig aufs Spiel setzen.
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Anfang dieses Monats hat die FAZ beispielsweise einen so genannten „Enthüllungsjournalisten“ unter die Lupe genommen, der an der Berichterstattung zum so genannten „Sachsen-Sumpf“ maßgeblich beteiligt war. Dort ging es um geheime Akten des Verfassungsschutzes zur angeblichen Verstrickung sächsischer Politiker, Polizisten und Justizbeamter in kriminelle Netzwerke. Der Journalist hat laut FAZ in seinen Publikationen und Interviews – ich zitiere – „auf Skandalisierung ohne Netz und doppelten Boden“ gesetzt statt auf seriöse Recherche. Seine Behauptungen sind bei der Überprüfung offenbar wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen. Das Vertrauen in die journalistische Glaubwürdigkeit wird dadurch nicht eben gefördert.
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Gerade auf lokaler Ebene braucht Politik die Beteiligung der Bürger, und dort führt diese auch zu sachgerechten Lösungen.
Die Lokalzeitung ist mit den langfristigen Bindungen, die sie zu ihren Lesern unterhält, das Medium, das Menschen am Geschehen in ihrer Umgebung teilhaben lässt. Sie schärft den Sinn für das Besondere, das eine Region auszeichnet, für lokale Geschichte, die die Gegenwart prägt, und sie gibt Orientierungspunkte in einer sich rasch ändernden Welt.
Letztlich hat jedes Ereignis einen lokalen Ausgangspunkt und lokale Folgen, egal wie global es daherkommt. Gleiches gilt für jede Nachricht über ein Ereignis: „All news is local“ heißt es ja auch. Als Macher Ihrer Zeitung zeigen Sie immer wieder von neuem, wie ortsverbunden Nachrichten eigentlich sind – und vielleicht auch die Menschen, die sie machen.
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