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28 May 08
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Seminar beim Avatar
Wie das Internet unsere Schulen und Universitäten verändern wird
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dass sie nur einen Baustein für ein soziotechnisches System liefern.
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unterschätzte der Computerfreak, dass Eltern in Afrika oder Lateinamerika nicht automatisch in Jubel ausbrechen, wenn der gute weiße Mann ihren Kindern etwas beibringen möchte, was sie selbst nicht können.
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ideologischer Überschwang, kein Konzept und wenig messbare Ergebnisse.
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Schulen ans Netz
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»Medienkompetenz ist künftig eine Schlüsselqualifikation.« Erst später kam man auf die Idee, für den Computereinsatz an den Schulen auch Konzepte zu entwickeln – und Lehrer zu gewinnen, die ihn zu ihrer Sache machen: Viel Geld floss in die Technik, wenig in die Fortbildung der Pädagogen.
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dass die Computerausstattung der Schulen keinen Einfluss auf die zentrale Schlüsselqualifikation auch der sogenannten Wissensgesellschaft hat: die Lesefähigkeit der Schüler.
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Schulen sind eben, man mag es beklagen oder begrüßen, ein verdammt träger Organismus.
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Wenn etwa ein Arzt aus dem Jahr 1908 mittels einer Zeitmaschine in einem Operationssaal von heute landete, käme er sich vor wie ein Alien. Ein Lehrer aus dem Jahr 1908 hingegen, der heute einen Klassenraum beträte, könnte problemlos den Unterricht fortsetzen.
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Selbst der gute alte Frontalunterricht wird weiterhin zum Repertoire der Pädagogen gehören. Seit Jahrhunderten sind die Menschen an diese Kommunikationsform gewöhnt
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man sitzt oder steht in einer Menge und vor einem predigt, befiehlt, ermuntert, schimpft, unterhält oder dirigiert jemand; es ist schwer vorstellbar, dass sich der Mensch innerhalb der nächsten hundert Jahre davon verabschieden wird.
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Dieser konservative Blick auf die Zukunft der Bildung ist realistischer als die Visionen der E-Learning-Euphoriker, die sich regelmäßig blamieren.
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Trotz aller Skepsis wird das Internet die Schulen dennoch aufmischen.
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Die Schüler (und ja: auch die Lehrer) werden bald in einer Technosphäre leben, die die Schulpraxis automatisch verändert – je höher die Schulklasse, je mehr die Schüler eigenständig lernen, desto stärker.
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Die selbstverständliche Kommunikation Jugendlicher über Ländergrenzen hinweg schafft für Fächer wie Erdkunde, Fremdsprachen oder Politik ganz neue Möglichkeiten. Der einfache Zugriff vieler Schüler auf diverse Wissensquellen wird den Unterricht bereichern, ebenso die fantastischen Möglichkeiten der Computersimulation. Das Lernen wird mit zunehmendem Alter individueller gestaltet. Das Lernen außerhalb der Schule wird wichtiger. Damit werden die Lehrer stärker als jetzt Begleiter des Lernens ihrer Schüler. Sie müssen auf andere Art als heute einen Vorsprung vor den Schülern behalten: Das Vermitteln von Orientierungswissen wird wichtiger als das von Verfügungswissen.
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Ganz anders als die Schulen werden jedoch die Universitäten von den Auswirkungen des Internets überrollt werden
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dem steht nach der Schulzeit bald die ganze Welt als Studienort offen
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deutschen Hochschulen in einen dramatischen internationalen Wettbewerb gestoßen. Gewinnen wird, wer weltweit die besten Vorlesungen, Seminare und die beste Betreuung übers Internet anbietet
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Informatiker werden vom MIT (dem Massachusetts Institute of Technologie) angezoge
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Schon heute kann eine leise Ahnung vom Studium der Zukunft bekommen, wer etwa eine Vorlesung an der Harvard Law School in der künstlichen Computerwelt Second Life besucht.
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Es wird dazwischengefragt, diskutiert, die Grenze zwischen virtuellem Leben und echtem Leben verschwimmt.
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Wenn die Technik fortschreitet, kann leicht das Wohnzimmer zum Hörsaal werden und Castrop-Rauxel zu einem Ort an der amerikanischen Ostküste
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besten und zahlungskräftigsten Studenten kann zu einem regelrechten Vernichtungswettbewerb
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mit Mühe geschafft, eine Website zu basteln, die nicht peinlich wirkt.
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Menschen und Maschinen verschmelzen würden, derart, dass letztlich der menschliche Maßstab abhandenkäme
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Biotechnik
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Vielleicht vollzieht sich das Lernen dann über einen modernen Nürnberger Trichter mit Direktanschluss an das Gehirn. Schwer vorstellbar, aber nicht auszuschließen.
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