In der geographischen Stadtforschung wird mit der Bezeichnung der Kommodifizierung der Prozess der zunehmenden Privatisierung zuvor "öffentlicher" Räume bezeichnet. In so genannten Gated Communities sind beispielsweise die üblicherweise öffentlichen Infrastruktureinrichtungen (Straßen, Wasserleitungen, Stromnetz etc.) in Privatbesitz. Der Zugang zu den privaten Wohngebieten wird kontrolliert und kann verwehrt werden. Zuvor öffentlicher Stadtraum wird somit zum privaten Raum, öffentliche Güter wie Infrastruktur zur (privaten) Ware. Auch postmoderne Einkaufszentren, Shopping-Malls etc. sind meist im Besitz von privaten Investoren und stellen privatisierten, kommerzialisierten Raum dar. Derartige kommodifizierte Räume unterscheiden sich also von für jeden zugänglichen, tatsächlich "öffentlichen" Räumen.
Heutzutage wird im Zuge der Kritik einer Allgegenwart sog. „neoliberaler“ Konzepte implizit erneut die Kommodifizierung angeprangert. Die neuerlich zunehmende Ausweitung der „Marktlogik“ auf Bereiche wie Gesundheit oder soziale Sicherung (= Kommodifizierung dieser Bereiche) führe zu einer „Ökonomisierung“ des Sozialen.
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